Diskussionsveranstaltung: Gesellschaftskritik aktuell – Welche Theorie und welche Begriffe für welchen Kampf?

Mit Detlef Hartmann, Karl Reitter und Gerhard Hanloser

Ort: Berlin, Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Zeit: Donnerstag, 11. Februar 2016 20:00 Uhr

Detlef Hartmann und Karl Reitter sind radikale Gesellschaftskritiker, die sich auf einen dynamischen Begriff des Kapitals beziehen und für die die Kämpfe der Klasse gegen die Zumutungen des Kapitals im Zentrum ihrer Betrachtungen stehen. Karl Reitter legte zuletzt seine Perspektive in dem Sammelband „Karl Marx. Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?“ dar, Detlef Hartmann in der Auseinandersetzung mit der Finanzkrise 2008 in seinem Buch „Krisen – Kämpfe – Kriege.“ Beide der Neuen Linken entstammende Autoren veröffentlichten zuletzt Aufsätze in dem Sammelband „Deutschland.Kritik“, in dem sie auf ihre Art darauf hinwiesen, dass eine kritische Theorie der Gesellschaft den nationalstaatlichen Rahmen sprengen muss und auf Kämpfe wie die globale Dynamik des Kapitalismus zu reflektieren hat. Welche Bedeutung haben dabei beispielsweise marxistische Begriff wie „Proletariat“ und „Produktivkräfte“? Sie wollen über ihre Zugänge zu diesen Fragen referieren und diskutieren im Gespräch mit dem Herausgeber von „Deutschland.Kritik“, Gerhard Hanloser.

Einladung zur Veranstaltung: Weinnacht & Kaufrausch & Dickmann

Wann? 21. Dezember 2015 19:00 Uhr
WO? Amerlinghaus, Raum 4, Stiftgasse 8, 1070 Wien

Die gruppe grundrisse und die edition kritik & utopie im mandelbaum verlag laden recht herzlich zum weinnachts-kaufrausch ins amerlinghaus!

Ab 19 uhr gibt es die möglichkeit, bücher aus dem grundrisse-fundus zu äußerst moderaten preisen, altbestände der zeitschrift grundrisse sowie neubestände des mandelbaum verlages zu erwerben. Für wein und andere getränke sowie snacks ist gesorgt.

Um 20 uhr wird peter haumer sein soeben erschienenes buch „julius dickmann. ‘…daß die masse sich selbst begreifen lernt’ – politische biografie und ausgewählte schriften“ kurz vorstellen. Also: packt eure geldbörse ein und tut euch und uns etwas gutes!

https://www.facebook.com/events/991776140888832/

Assamblea

Aus keinem besonderen Anlass (das Ereignis selbst ist Anlass genug) laden Walter und Fuzi ist auch dabei, zu einer „general“ Assamblea, einem großen oder kleinen Palaver, einer gemeinsamen, diskursive Zusammenkunft rund um und über alle Themen und Belange, die am Herzen liegen, bzw. unter den Nägeln brennen. Es soll ein Diskursraum geöffnet werden, in dem (fast) alles besprochen werden kann. Eine solche Verständigung empfinden wir als dringend nötig , weil es, im Bezug auf soziale, emanzipative Bewegungen von unten, bei den autonomen kollektiven Subjekten, bislang nicht zu viel, sondern zu wenig an Kommunikation und Austausch gab. Austausch über alles Mögliche, über Strategien der Veränderung des Bestehenden, das augenscheinlich immer unfähiger ist auch nur die lebensnotwendigsten Bedürfnissen der Klassen, Geschlechter, der Natur etc. zu befriedigen, über die Einschätzungen der aktuellen kapitalistischen Entwicklungen, über diverse utopische Entwürfe, aber auch über unsere persönlichen Befindlichkeiten. Durch Kommunikation sollen Zusammenhänge zwischen unseren persönlichen Geschichten und den gesellschaftlichen Gegebenheiten hergestellt und bzw. überhaupt erst in den Blick genommen werden.

Solcherart laden wir Euch herzlich für den 13.11.2015 um 19 Uhr ins Amerlinghaus, in die Galerie ein. Für Getränke und Snacks werden wir sorgen.

Veranstaltung: Karl Marx – Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?

Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit Karl Reitter am 6. November 2015 in Hamburg. Die Veranstaltung wird von der Assoziation Dämmerung organisiert.

Wer sich heute an Arbeitskämpfen, Boykott-Kampagnen oder Großprotesten gegen die Treffen der wirtschaftlichen und politischen Eliten beteiligt – jüngst etwa den Anti-G7-Kampagnen oder den Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz –, bekommt immer häufiger zu hören: Das alles sei »verkürzte«, »personalisierte« oder sogar »regressive« Kapitalismuskritik und daher falsch. Schließlich hätten wir es im Kapitalismus mit einer »abstrakten« und »unpersönlichen« Herrschaft des Werts zu tun, der die Kapitalisten und die Arbeiter gleichermaßen unterworfen seien. Das hätte Karl Marx in seiner Kritik der politischen Ökonomie gezeigt – von Restbeständen des »traditionellen« Marxismus dürfe man sich nicht täuschen lassen. Längst gilt die Marxsche Kritik nicht mehr überall als revolutionäres und klassenkämpferisches Projekt. Unter dem Namen »Neue Marx Lektüre« dominiert heute in den akademischen Marx-Seminaren und Lesezirkeln eine ganz andere Art, Marx zu verstehen. Begriffe wie »Revolution« und »Klassenkampf« werden als verstaubte Überbleibsel eines längst überholten »Arbeiterbewegungsmarxismus« gehandelt, der für Emanzipation nicht viel zu bieten habe. Marx’ Kritik bürgerlicher Herrschaft und Ausbeutung wird auf eine Kritik von Denkformen und Ideologien reduziert, die sich sogar gegen antikapitalistische Proteste richten lässt. Die Konsequenz: Marx steht nicht mehr für die Revolution, sondern für ihre Verhinderung.

Gegen diese ebenso absurde wie fatale Entwicklung wendet sich der Sammelband »Karl Marx – Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?«, den Karl Reitter herausgegeben hat. Mit ihm wollen wir aufklären, was die um den Klassenkampf bereinigte und damit konservativ gewordene Marx-Lektüre so beliebt und erfolgreich macht. Und wir wollen wissen: Welchen Weg weist uns Marx tatsächlich als »Philosoph der Befreiung«?

Karl Reitter ist Sozialwissenschaftler und Autor. Er war Redakteur der Zeitschrift grundrisse und ist Lektor für Philosophie in Wien und Klagenfurt. Das Buch »Karl Marx – Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?« ist Anfang des Jahres im mandelbaum verlag erschienen.

Freitag, 6. November 2015
Magda-Thürey-Zentrum (MTZ)
Lindenallee 72, Hamburg-Eimsbüttel
Beginn: 19 Uhr

Zur Lage in der Türkei: Wahlen und das Massaker von Ankara Referent: Max Zirngast (Ankara, Wien)

Zeit: Montag, 9. November, 19 Uhr
Ort: Amerlinghaus, Raum 4

Seit der AKP unter Führung von Erdoğan zunehmend ihr schwindender Zugriff auf die politische Macht in der Türkei bewusst geworden ist, eskalierte der türkische Staat die Angriffe und Repressionen gegen linke und demokratische Kräfte. Besonders die kurdische Bewegung wurde zum Ziel Erdoğans. Bereits vor der Wahl am 7.Juni gab es Bomben und Anschläge, aber nach der empfindlichen Niederlage der AKP und dem Einzug der HDP ins Parlament, wurde die Situation seitens des Staates vollends eskaliert. Das Massaker in Suruç am 20.Juli, ein gezielter Anschlag auf linke AktivistInnen in Solidarität mit der kurdischen Befreiungsbewegung, diente als Vorwand für die offene Eskalation und die Wiederaufnahme des Krieges in Kurdistan.

Das Massaker in Ankara am 10.Oktober stelle eine neue Stufe der Eskalation dar. Auch wenn wir die genauen Hintergründe nicht kennen und auch nicht erfahren werden, solange die AKP Clique and der Macht ist, lässt sich klar sagen, dass wir es bei diesem Massaker „bestenfalls“ mit einer groben Fahrlässigkeit der Geheimdienste zu tun haben, eine aktive der Teilnahme zumindest gewisser Teile des „tiefen Staates“ ist keinesfalls unmöglich. Das Verhalten der Polizei am Tatort und die Reaktionen der AKP Führungsspitze setzen dem Ganzen die Krone auf. Die AKP versucht in diesem Klima der Gewalt an ihrer Macht festzuhalten und scheut dabei auch die ganz offene Zusammenarbeit mit Kriminellen nicht mehr.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird Max Zirngast, Augenzeuge des Massakers von Ankara, eine Einschätzung der gesellschaftlichen Kräfte und Dynamiken in der Türkei geben.